30.06. – 13. Tag – Fejoe bis Faroe

Dienstag, Juni 30, 2009 Posted by

22,7 sm,  7,5 Stunden,  sonnig,  Wind W bis NO, Ost, 0-2 Bft

Um schon mal für Bornholm zu üben, war ich heute durchgehend fast 8 Stunden im Boot. Ich sage euch, da gibt es besseres. Mein Hint…, auch das wollt ihr gar nicht wissen :-).
Ich übernachte heute direkt zwischen Falster und Seeland, auf der kleinen Insel Faroe, die Basis für 2 Brücken ist. Sprich, ich schaue genau auf die E47 und es ist herrlich hier. Gerade war ich im 22°C warmen, klaren Wasser schwimmen und lasse mich nun vom warmen Wind trocknen; über mir fliegen Seeschwalben, vor mir 3 Schwäne, 9 Kraniche sitzen auf nur 20m entfernten Fischernetzstangen. Vom Verkehr höre ich kaum etwas, da der Wind den Lärm nach Westen trägt. Das Leben kann schlimmer sein.

Von Fejoe aus bin ich morgens zunächst nach SO um ein kleines Naturschutzgebiet gepaddelt, um es zu besichtigen, leider habe ich keine der dort wohl lebenden Robben gesehen. Dafür waren jede Menge Seevögel zu sehen und zu hören und…. richtig, Schwäne :-).
Danach hielt ich Kurs NNO, später Ost, in die Wasserstraße zwischen Falster und Seeland. Mit teilweise unter 3 kn musste ich mich gegen die Strömung ziemlich ins Zeug legen (das Wasser drückt von Ost nach West durch die Landenge).

Morgen werde ich entweder Fakse oder Roedvig erreichen.

29.06. – 12. Tag – Von Onsevig nach Fejoe

Montag, Juni 29, 2009 Posted by

19 sm, meist bewölkt, 2-4 Bft

Hinter Onsevig war das Wasser sehr flach und ich kam kaum voran, das Boot hat sich förmlich festgesaugt am Grund.
Danach kam wieder richtig Seekajakfeeling auf, ca 3 sm vom Ufer nur Wasser, Wellen, Wind und natürlich Schwäne.
Herrlich. In dem gut ausgebauten Hafen von Kragenaes habe ich eine kurze Pause gemacht. Von hier gehen die Fähren nach Fejoe und Femoe, 2 sehr grüne Inseln, die auch für Radler einen Ausflug Wert sind.
Kragenaes hat einen netten Campingplatz, aber der Hafen hier auf Fejoe ist ruhiger und hat auch ein kleines Restaurant. Ich koche aber gleich vorm Zelt, muß mich nur noch für einen Globe-Lunch entscheiden.

Morgen geht es weiter Richtung Osten, an einem kleinen Naturschutzgebiet mit Seehunden bei Vestermark am Ostrand von Lolland und dann an Falster vorbei. Ich bin gespannt auf den Schiffsverkehr im Storestrom und in den nächsten Stunden auf See.

Jetzt sieht es etwas nach Regen aus, ist aber windstill. Nun gibt es aber erst mal Essen und Erbeeren, die mir ein netter Däne geschenkt hat zur Nacht.

28.06. – 11. Tag – Nakskov bis Onsevig

Sonntag, Juni 28, 2009 Posted by

11 sm, stark bewölkt, nachmittags sehr sonnig, 3-5 Bft

Yeaahh, endlich geht es weiter!!

Der Wind pustet nur noch mit 3-5 Bft aus Osten. Für heute plane ich eh keine lange Tour, deshalb warte ich entspannt, bis 2 Dänen ihr Kajaks klar gemacht haben, um mich ein Stück zu begleiten.
Bei der kleinen Insel Vensholm im Nordosten von Lolland habe ich eine große Anzahl von Schwänen gesichtet, sicher 200, ein beeindruckender Anblick.
Nun bin ich im Norden, im kleinen und malerischen Hafen von Onsevig, backe mein Fladenbrot (Bannock) und genieße den Abend.
Das Fahrwasser vor dem Hafen hat mich mit lustigen Kreuzwellen ordentlich durchgeschüttelt; im Hafen scheint niemand mein Gejohle gehört zu haben, ansonsten hätte man den Verrückten vielleicht nicht hier übernachten lassen.
Zur blauen Stunde werde ich noch Fotografieren gehen, damit ihr demnächst (wohl erst nach der Tour) einen Eindruck von diesem Paddelgeheimtip bekommt :-). (Für das online-stellen der Bilder fehlt hier eine Internetverbindung.)

Morgen fahre ich bei wohl weniger Wind Richtung Osten und bleibe, je nach Wind, an der Küste oder steuere Femoe an.

Ende der Zwangspause?

Samstag, Juni 27, 2009 Posted by

Laut dem dänischen Seewetterbericht soll der Wind nun endlich etwas abschwächen. Morgen werden 3-4 Bft erwartet. Ich werde also meine Tour am 28.06. von Nakskov Richtung Norden fortsetzen. Zwar habe ich die windbedingte Zwangspause gut genutzt und einen Ausflug nach Kopenhagen gemacht, aber nun ist´s genug mit Landgang, ich möchte weiter!!
Sofern das Wetter stabil bleiben sollte, habe ich noch eine Chance, Bornholm zu erreichen. Bleibt das Wetter allerdings wechselhaft, muss ich mich mit einer Lolland-Umrundung zufrieden geben. Also bitte drückt die Daumen!

24.06. – Meine bisherige Route

Freitag, Juni 26, 2009 Posted by
tourtrack-bis-24-6

tourtrack-bis-24-6

In Nakskov mache ich, wegen des starken Windes, eine Zwangspause und besuche Kopenhagen per Zug. Am Montag dem 28. soll es trotz des starken Windes weiter gehen.

23.06. – 10.Tag – Kramitse bis Nakskov

Freitag, Juni 26, 2009 Posted by

8 sm, 3,5 Stunden, sonnig warm (da, wo kein Wind weht),  3-6 Bft

Das Geräusch von sanft brechenden Wellen weckt mich. Als ich gegen
halb 9 zur Abfahrt fertig bin, kommt der Wind schon mit 4 Bft aus
Nordwest und frischt zügig auf 6 Bft auf. Bis hinter die Spitze der
Landzunge kämpfe ich mehr, als dass das ich paddel. An dem kleinen Kap
ist Kabbelwasser und die Wellen haben nun durchgängig 0,7 bis 1 Meter,
manche sind deutlich höher. Das Fahren bringt zwar irre Spaß, wie ein
Seehund stürze ich mich von einer Welle zur nächsten, aber sicheres
Fahren ist das hier bestimmt nicht mehr. Als ich um die Spitze steuere
sind die Kreuzwelle so heftig, dass ich beschließe an Land zu gehen und
die Strecke zu überdenken. Ich komme bei dem Wind eh kaum voran und mit
2 Knoten die Bucht von ca. 8 sm zu queren wäre höchsten leichtsinnig
wenn nicht dumm. Also suche ich mir eine ruhige Ecke hinter der Landzunge.
Den Surf zum Strand muss ich leider abbrechen, damit es keinen Bruch
gibt – trotzdem wird mein Landemanöver alles andere als perfekt, denn
ich habe leider den Klamottensack, der zwischen meinen Beinen steckt, vergessen. So
ein Mist, aber mit eine Landung wie dieser habe ich einfach nicht
gerechnet. Bis ich den Sack raus und mit einem Karabiner gesichert habe,
schlage ich quer und das Boot läuft voll. Glücklicherweise helfen mir
die Wellen meine gut gefülltes Kajak an Land zu schaffen.
Die Karten zeigen nur eine sinnige Alternative: Nakskov, die größte
Stadt an der Westküste von Lolland. Eigentlich wollte ich ja eh her,
um Geld zu holen und meinen Proviant noch um eine Wurst zu ergänzen.
Also wieder raus ins Wellengetümmel , das in der Bucht aber schnell
weniger wird. Trotztdem bin ich nach weiteren 2 Stunden gegen den
scharfen Wind, der inzwischen auf Nord-Ost gedreht hat (manchmal
glaube ich, dass Petrus mich ärgern will),  ziemlich alle.
Im Sportboothafen angekommen darf ich mein Zelt in einer Ecke
aufstellen und mein Schiff am Anleger vertäuen. Niedlich sieht es aus
neben den ganzen großen Seglern. Schicke Schiffe haben die Dänen hier.
Ein Wermutstropfen ist aber dabei, ich darf mein Zelt erst nach
Mitternacht aufbauen, denn abends ist ein großes Fest zu dem „mehrere
tausend Menschen kommen“. Na, es waren eher 200, aber etwas
Seemannsgarn darf ja auch ein Hafenmeister spinnen. Trotzdem ist
einiges los in diesem malerischen Hafen in einem noch malerischerem
Fjord. Wenn ihr nicht wisst, wo ihr den nächsten Paddelurlaub verleben
wollt, fahrt doch einfach hier her, es lohnt sich. Deshalb fällt es mir
auch nicht schwer den Aufenthalt noch zu verlängern. Bis Freitag soll
der Wind stetig zunehmen. Wenn es ab Samstag wieder ruhiger wird, gönne
ich mir hier bis dahin einen kleinen Zwangsurlaub im Urlaub, ansonsten fahre ich die
Abendstunden so weit es geht. Bisher lag ich super im Plan, das ändert
sich nun. Das ist halt so bei einer Seekajaktour, da hängt man halt von
Wetter und Wind ab. Also mal abwarten und Wetterbericht
lauschen. So, ich geh jetzt erst mal schwimmen. Die Bilder muss ich
leider nachliefern, also schaut später (wahrscheinlich nach der Tour)
mal wieder rein.

22.06. – 9. Tag – Von Fehmarn nach Kramtise, südöstl. Lolland, DK

Freitag, Juni 26, 2009 Posted by

23,9 sm, sonnig und warm, Wind 2-4 Bft

Früh wache ich auf und packe meine Sachen zusammen; um 9 Uhr bin ich im Boot und
ein leichter Wind kommt mir aus Nord entgegen. So lange der nicht
stärker wird, soll etwas Welle von vorne recht sein. Am Vorabend habe
ich noch zwei Fehmaraner gefragt, wie hier wohl die Strömung sei. „2,5
Knoten aus West, locker“, war deren Meinung. Das lag aber wohl an der
Alkohol bedingten Schlagseite, die man vielen Motorbootfahrern nachsagt
und welche die beiden an dem Abend sicher hatten. Ich korrigiere meinen
Kurs also wieder und passe ihn der ganz leichten östlichen Strömung
an. Langsam nähere ich mich dem Fahrwasser. Drei Schiffe in Sicht von rechts,
zwei von links und dann auch noch so verteilt, dass ich nicht riskieren
kann, zwischen ihnen durch zu fahren. Besonders das Letzte von West
macht mir Sorgen. Es ist relativ langsam, aber wenn ich die anderen
abwarte wäre es schon zu nah. Also wird die Wartepause wohl etwas
länger. Ich kram meine Bananen raus und mache in der verhältnismäßig
ruhigen See ein paar Fotos. Als ich wieder nach links schaue, hat das
eine Schiff abgedreht. Es fährt eindeutig raus aus der offiziellen
Fahrlinie Richtung Süden. Ich kann mir das nicht anders erklären, als
dass mich der Kapitän gesehen und Verständnis für meine Lage hat.
Ausschweifend winkend bedanke ich mich, vielleicht sieht es ja jemand.
Meine Probleme sind vorerst gelöst. Locker fahre ich los und quere
nach dem vorderen Schiff aus Osten, dann noch eine kurze Pause und nun ist der
Weg frei. Also volle Fahrt nach Dänemark.

Auch wenn ich nun einen deutlich westlicheren Kurs nehmen könnte, um
heute noch mehr Kilometer zu machen, bleibe ich bei meiner
Entscheidung, zunächst den Hafen in Kramitse anzulaufen. Der steht
nun so lange auf meiner Tourenliste, dass ich ihn auch mal life
gesehen haben möchte. Er stellt sich zwar nicht als absolute Schönheit
heraus, hat aber doch seinen Charme. Alte teilweise übel aussehende
Fischerboote liegen am kleinen Pier. Das Sperrwerk zeigt die
Höchstwasserstände der letzten 150 Jahre an. 1856 war das Wasser ca.
3,5 m über dem jetztigen Pegel, unglaublich.
Auf einer Picknikbank mache ich ein ausgiebiges Mittagessen und dann
geht’s weiter nach Westen. 23,9 Seemeilen zeigt mein GPS am Abend.
Nicht schlecht, ich bin zufrieden mit mir und vor allem mit meinem
Lagerplatz. Der Strand ist herrlich und ich gehe erst mal Baden.
Mit dem ausgedörrtem Strandholz dauert es scheinbar ewig, bis mein Essen fertig
ist, aber ich hab ja Zeit und genieße dies auch das erste Mal ganz
bewusst.
Abends höre ich noch den Seewetterbericht. Da kommt ganz schön Wind
auf, mal sehen wie es weiter geht.

21.06. – 8.Tag – Vom Fehmarnsund bis Puttgarden

Freitag, Juni 26, 2009 Posted by

15,6 sm,  4 Stunden,  meist sonnig,  Wind 0-3 Bft

Kurz hinter Puttgarden, am Rand des Naturschutzgebietes Grüner Brink.

Morgens weht noch ein leichter Wind aus südost, gegen Nachmittag
flaut er immer mehr ab und die Ostsee liegt wie ein Spiegel vor mir.
Ich fahre an den schönsten Buchten Fehmarns vorbei. Jede lädt zum
pausieren oder übernachten ein. Das hier ist ein wahres Paradies für
Kajakfahrer. Schon nach der Hälfte der Strecke kann ich die Fähre von
Puttgarden nach Roedby sehen und dann erkenne ich auch die Windparks
an der dänischen Küste. So weit ist ja gar nicht. Die 12 Seemeilen
sind auch gut in dreieinhalb Stunden zu schaffen, aber die offene See
ist vom Wellenbild und vom Wind her nicht mit der Küste zu vergleichen.
Außerdem ist da noch der recht rege Schiffsverkehr, der mir etwas
Sorgen macht. Heute werde ich den Absprung nach Dänemark aber nicht
mehr machen. Ich bin noch ein wenig schlapp, warum auch immer,
vielleicht ist es die Aufregung, die mir in den Knochen sitzt.
Kurz hinter Puttgarden beginnt das älteste Naturschutzgebiet Europas.
Der Grüne Brink wurde 1933 von den Fehmarner gegründet, um sich einige
Grünbereiche zu sichern. Hier steht auch das Denkmal. Am westlichen
Ende steht ein Denkmal, das an den Schiffsuntergang der Niobe
erinnert, einem Schulschiff das 8 km von dort mit der gesamten
Besatzung untergegangen ist. Als Schlusssatz steht auf der Gedenktafel
„Es ist nicht nötig das ich lebe, wohl aber das ich meine Pflicht
tue“. Das würde ich so nicht unterschreiben und ob die Seemänner das
so gesehen haben? Es wundert mich, dass dieser Satz, der ja gut zur
Nazipropaganda passt, noch so da steht. Der Naturschutzwart mit dem ich
mich abends noch zwei Stunden sehr nett unterhalte, meint, dass Fehmarn immer
noch sehr braun ist. Mir ist das allerdings so nicht aufgefallen, ich
habe hier nur nette, aufgeschlossene Menschen kennen gelernt. Mit einer
Mischung aus Vorfreude und Respekt vor der See schaue ich noch vor
dem Schlafen gehen nach Dänemark und auf die Tonnen, welche das
Fahrwasser markieren.

6. Tag – Von Sülzel nach Fehmarn (süd)

Freitag, Juni 19, 2009 Posted by

6 sm, 1,5 Stunden, Wind 2-6 Bft, Sonne bis Gewitter und schöne Wolkenfotos.

Eigentlich wollte ich heut noch bis zur Nordspitze aber….

Für heute Nachmittag ist Gewitter angesagt und schon beim Aufbruch begleiten mich düster dunkle Wolken. Kurz vor dem  Fehmarn Belt ist es dann so weit. Der Himmel öffnet seine Schleusen. Sehr starke Böen reißen mir fast das Paddel aus der Hand. Glücklicherweise ist das Land nicht weit. An einer kleinen Steilküste lege ich an. Inzwischen scheint wieder die Sonne aber von fern höre ich Donner und die nächste Front aus schon fast schwarzen aber auch wunderschönen Wolken kommt schon näher.

Ein paar Meter neben meinem Boot finde ich eine kleine Aushöhlung. In meinen Bivanorak gekuschelt drücke ich mich in das kleine Loch und warte. Drei mal fangen Wind und Regen an und hören wieder auf, dann sehe ich eine lange Front blauen Himmel mit vereinzelten Schlierenwolken. Schnell ist mein Boot wieder im Wasser. Teilweise muss ich mein Kajak wieder über die eng aneinander liegenden Steine heben. Auf der anderen Seite sehe ich schon den Campingplatz und hinter mir die nächste schwarze Front. Mit einigen kleine Surfs komme ich rechzeitig vor Regen und Wind ans Ufer.

Bis Sonntag morgen mache ich nun erst mal Pause. Vorhin habe ich endlich mal wieder geduscht, dass war auch wirklich notwendig.  Wie herrlich solche gewöhlichen Dinge sein können.  Unterwegs lerne ich die einfachen Dinge  wieder mehr zu schätzen und erinnere mich daran, dass es keineswegs normal ist, immer fließend Wasser und ein warmes  Zimmer zu haben.
Ich liege im warmen Zelt an dem der Wind heftig zerrt, denke an meine liebste Tochter, lese und freu mich auf den Besuch meiner Freundin. Sie fährt die Strecke für die ich sechs Tage gebraucht habe in 1 1/2 Stunden. Es ist schon seltsam, dass ich mir immer wieder dies langsame Reisen aussuche. Aber in unserer viel zu schnellen und hektischen sogenannten Zivilisation tun solche Auszeiten sehr gut. Es ist nicht nur die Wertschätzung unseres komfortablen Lebens, mehr noch kommt meine Seele wieder ins Gleichgewicht, mein Atem wird ruhiger, ausgeglichener und zumindest eine Zeit lang kann mir der Alltagsstress nichts mehr anhaben. Also ein Tipp an alle gestressten Menschen, nehmt Euch eine Auszeit und atmet mal wieder bewusst und kräftig durch :-).

Montag fahre ich dann nach Dänemark. Zumindest, wenn das Wetter mitspielt. Bei der Querung nach Lolland möchte ich nicht in so einen Sturm kommen. Also warte ich erst einmal ab, was die Wetterfrösche so von sich geben.

5. Tag – Von Pelzerhagen nach Sülzel (kurz vor Fehmarn)

Donnerstag, Juni 18, 2009 Posted by

20 sm, 6 Stunden, Wind 3-6 Bft

Für heute ist Sturm angesagt und daher hadere ich mit mir, ob ich nicht einen Ruhetag einlegen soll. Aber andererseits freu ich mich, nach den Flachwassertagen auf dem Elbe-Lübeck Kanal und der Trave, auf ein paar anständige Wellen und die sollte ich auch bekommen.

Gegen 10 Uhr fahre ich von Pelzerhagen los. Noch ist der Wind mit 2-3 moderat, das ändert sich aber schon nach einer halben Stunde. Der Wind frischt auf 3-4 Bft aus Süd-West auf. Die zunächst kleinen Wellen werden dann langsam surffähig und mein Grinsen wird immer breiter. Über lange Abschnitte hopse ich von einer Welle zur nächsten und komme dadurch ziemlich gut voran.

In Dahme mache ich eine Pause. Als ich wieder ablege hat der Wind gedreht. Er kommt nun aus Nord-West. Statt lustig zu surfen kämpfe ich nun gegen den immer stärker werdenden Wind an. Einige 6er Böen werfen mich fast um. Meine Prana taucht immer wieder klatschend in die Wellen und spendiert mir eine ordentliche Dusche. Irgendwie ist diese Ackerei auch ganz lustig. So ist Seekajak fahren halt mal entspannt und mal arger Kampf.
5 km hinter Dahme höre ich Motorengeräusch. Schon wieder so ein Spritverschwender denke ich, bis das DLRG-Boot neben mir ist. „Wär´s nicht besser etwas weiter unter Land zu fahren oder bist du so fit, das du den Kick brauchst?“ Fragt mich der Eine freundlich. „Nö, den Kick brauch ich grad nicht, aber ich hab grad keine Lust auf Umwege. Außerdem bringt es grad richtig Spaß“. Mit einem freundlichen Gruß verabschieden sich die beiden und spendieren mir noch mal ziemlich hohes Kabbelwasser. Wahrscheinlich wollten sie mal sehen, ob ich das vertrage – ich hab sogar Spaß damit.

Die letzten Kilometer werden dann doch noch ziemlich lang. Der Wind kommt jetzt konstant mit 4-5 Bft von vorne, und ich bin froh, als ich in den kleinen Hafen bei Sülzel einlaufe. Vor ein paar Monaten habe ich hier schon mal in der „Marina“ eines Campingplatzes übernachtet und jetzt sitze ich wieder am gleichen Platz wie damals.

Morgen fahre ich dann nach Fehmarn, zumindest wenn das angekündigte Gewitter sich woanders austobt.

Hier findet ihr noch ein paar Bilder der letzten Tage.