04.07. – 17. Tag – von Kopenhagen/Amager nach Höllviken, Schweden

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Der Öresund 22 sm,   6,5 Stunden,  sonnig,  28°, Wind 2 später 3-4 Bft

abreise-7040307Der Wind peitscht die Wellen auf und eine 1 m hohe Wasserwand kommt seitlich auf mein Kajak zu – und über mich hinweg. Ich schüttele das salzige Wasser ab und weiter geht´s. Ein feuchtes Vergnügen hab ich mir da ausgesucht.Der Nachmittag mit der Querung über den Öresund nach Höllviken ist doch viel windiger als gedacht und Land werde ich erst in ca 1 Std. erreichen. Die Furcht, welche früher bei solchen Verhältnissen da war, fast völlig weg. Inzwischen bin ich so vertraut mit meinem Boot und der See, dass ich meistens nur Spaß habe. Der nun vorherrschende Südwest-Wind spendiert mir zum Abschluss noch 1-Meter Wellen zum Surfen: 7kn zeigt das Gps – cool! Jetzt sitze ich an einem langen breiten Sandstrand, genieße mein erstes Bier in Schweden und lass den gestrigen u heutigen Tag Revue pasieren.
Nachdem wir gestern mehrere Stunden Grönlandrolling geübt haben, gab es reichlich Wurst, Fleisch u Bier. Die Jungs und Mädels vom Kajaklub sind wirklich klasse. Anschließend habe ich auf der Dachterrasse übernachtet.Von dort kann man bis nach Schweden sehen und hat einen herrlichen Blick über den ganzen Ostbereich von Amager, der Insel neben Kopenhagen. Morgens gab´s Kaffee und noch einen neuen Luckendeckel. Das Original von Valley, perfekt. Der Alte war inzwischen so spröde geworden, dass ich immer etwas Wasser im hinteren Schott hatte. Nach längeren Verabschiedungen ging es dann zur Querung des Öresunds. Bei 2er Wind war es eine angenehme Paddelei und ein erhebendes Gefühl, unter der gigantischen Öresundbrücke hindurch zu fahren. Sicher ein weiteres Highlight dieser Tour. Noch auf Dänischer Seite haben mich wieder ein paar Seehunde beobachtet. Wahnsinn, wie neugierig die sind. Immer wieder tauchen sie in ca 20 m Entfernung auf und schauen zu mir rüber.
Nach einer kurzen Pause in Schweden ging es dann bei stärker werdendem Wind weiter Richtung Südküste, die ich nach einem echten Seekajaktag nun auch erreicht habe.Vor mir liegt nun wieder die Küste der Ostsee und ich freu mich auf morgen. Bei angesagten 3 Bft aus SW wird´s sicher ziemlich wellig, für Spaß ist also gesorgt.

abreise-7040282 Oeresund-7040285

Ausrüstung des Tages: Das Funkgerät Pacific von Alan.

Auf meiner Kajaktour von Hamburg nach Schweden quere ich viel offenes Gewässer. Es ist ein wunderbares Gefühl, nur den Horizont als Begrenzung zu haben, doch wenn etwas passiert muss man sich selbständig retten oder Hilfe holen können. Um im Notfall über Kanal 16 Schiffe erreichen zu können, habe ich ein Handfunkgerät an Deck.Zum Seenotfall kam es glücklicherweise nicht. Letztlich habe ich das Pacific benutzt um täglich einen zuverlässigen Seewetterbericht zu bekommen. Manche Schleusen sind auch nur per Funk zu erreichen. Die Frequenz wird auf Schildern bekannt gegeben. Auf dem Elbe – Lübekkanal hätte ich ohne eigenes Funkgerät lange auf das nächste Schiff warten müssen, dass dem Schleusenwärter Bescheid gibt.
Ein besonders nettes Erlebnis hatte ich am heutigen Tag: Bei dem ich das Funkgerät brauchte, war die Rettung eines aufgrund gelaufenen Segelbootes. Das Boot hing direkt unter der Öresundbrücke fest. Über Funk konnte ich mit dem Segler Kontakt aufnehmen. Es war mir zwar etwas unangenehm als kleiner Kajakfahrer Hilfe anzubieten, aber letztlich ist eine Hilfeleistung auf See selbstverständlich. Nach anfänglichem Zögern ließ der Holländer sich auf mein Angebot ein und wirft mir ein Tau zu. Dieses binde ich mir um die Hüfte und konnte so das Schiff tatsächlich frei ruckeln.
Ohne das Funkgerät hätten wir uns bei dem kräftigen Wind nur schwerlich verständigen können. Die Nutzung eines Funkgerätes kann in solchen Situationen Missverständnisse vermeiden, die sonst zu gefährlichen Situationen führen können. Nicht jeder Kajakfahrer wird die Gelegenheit haben, einen Segler frei zu schleppen aber oft ist eine Kommunikation hilfreich und sei es nur, um nach zu fragen, welchen Hafen der Skipper empfiehlt.

Für das Allan Pacific habe ich mich aus mehreren Gründen entschieden. Das Wichtigste war für mich, unterwegs auch die Energieversorgung sicherstellen zu können. Das Pacific arbeitet mit herkömmlichen Mignonzellen, ein nicht zu verkennender Vorteil, denn diese sind in jedem Hafen erhältlich und die Mignonakkus sind mit einem kleinen Solarladegerät aufladbar. Die Leistungsdaten entsprechen denen der meisten hochwertigen Geräte und die Bedienung ist sehr simpel und so auch mit kalten, klammen Händen gut durchführbar.

Das Gerät hat sich bei der Tour so gut bewährt, dass es auch zukünftig immer schnell erreichbar unter meinem Gepäcknetz stecken wird.
Noch ein Tipp zum Schluss: um das Pacific gegen zu starken Wellenschlag zu sichern habe ich es in einer wasserdichtern Klarsichttasche an Deck gehabt.

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